Warum die serienmäßige Schaltlogik problematisch sein kann:
Der Öldruck gehört zu den wichtigsten Überwachungsgrößen eines Verbrennungsmotors. Fällt der Schmieröldruck während des Betriebs ab, können innerhalb kürzester Zeit schwere Schäden an Lagern, Kurbeltrieb, Turbolader oder weiteren geschmierten Bauteilen entstehen.
Umso erstaunlicher ist die elektrische Auslegung einiger klassischer BMW-Öldruckschalter: Ein unterbrochenes Kabel oder ein abgezogener Stecker kann vom Motorsteuergerät zunächst genauso bewertet werden wie ein vollkommen normaler Öldruck.
In diesem Beitrag erklären wir, warum das so ist, weshalb möglicherweise trotzdem ein Plausibilitätsfehler im Fehlerspeicher erscheint und wie sich das System mit einem passenden Öldruckschalter und einer Softwareanpassung drahtbruchsicher gestalten lässt.
Wichtiger Hinweis:
Der beschriebene Umbau betrifft ein sicherheits- und motorschutzrelevantes System. Arbeiten am Öldruckschalter, am Kabelbaum und an der Software des Motorsteuergeräts dürfen ausschließlich von entsprechend qualifizierten Personen durchgeführt werden. Die Eignung muss immer für das konkrete Fahrzeug, den Motor, das Motorsteuergerät und den jeweiligen Softwarestand geprüft werden.
- von: 0.2bar – bis: 0.5bar
- Anzugsdrehmoment von: 50Nm
- Toleranz: 10%
- Schlüsselweite: 24
- Entspricht dem Originalteil in Farbe: braun
Letzte Aktualisierung am 3.08.2026 um 11:57 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / *
Wie arbeitet der serienmäßige BMW-Öldruckschalter?
Bei vielen Motoren wird kein analoger Öldrucksensor verwendet, sondern ein einfacher mechanischer Öldruckschalter.
Dieser Schalter kennt im Wesentlichen nur zwei Zustände:
- Öldruck ausreichend
- Öldruck zu niedrig
Die bei vielen Fahrzeugen verwendete Schaltlogik sieht folgendermaßen aus:
| Betriebszustand | Öldruckschalter | Signal zum Motorsteuergerät |
|---|---|---|
| Öldruck ausreichend | geöffnet | keine Masse |
| Öldruck zu niedrig | geschlossen | Masse |
| Sensorstecker abgezogen | geöffnet | keine Masse |
| Signalleitung unterbrochen | geöffnet | keine Masse |
Sinkt der Öldruck unter den festgelegten Schaltpunkt, beispielsweise ungefähr 0,5 oder 0,6 bar, schließt der Schalter seinen Kontakt gegen das Motorgehäuse beziehungsweise gegen Masse.
Das Motorsteuergerät erkennt das Massesignal und löst unter den entsprechenden Betriebsbedingungen eine Öldruckwarnung aus.
Das grundsätzliche Problem liegt jedoch im geöffneten Zustand.
Öldruck vorhanden und Kabelbruch sehen elektrisch gleich aus
Bei ausreichendem Öldruck ist der serienmäßige Schalter geöffnet. Auf der Signalleitung liegt somit kein Massesignal an.
Wird der Stecker vom Öldruckschalter abgezogen oder die Signalleitung unterbrochen, liegt ebenfalls kein Massesignal an.
Elektrisch kann das Motorsteuergerät deshalb zunächst nicht unterscheiden zwischen:
- Öldruck ist vorhanden und alles funktioniert ordnungsgemäß
- Öldruckschalter ist abgesteckt
- Signalleitung ist unterbrochen
- Steckkontakt ist beschädigt
- Kabel ist durchgescheuert oder gebrochen
Der sichere Betriebszustand und ein möglicher Leitungsfehler erzeugen dasselbe Eingangssignal.
Aus Sicht einer drahtbruchsicheren Anlagenüberwachung ist diese Schaltlogik nicht optimal.
Warum erscheint beim Abstecken nicht zwingend sofort eine Warnung?
Bei Versuchen an bestimmten Fahrzeugen zeigt sich, dass ein abgezogener Öldruckschalter nicht zwingend sofort eine sichtbare Warnung oder eine Motorkontrollleuchte auslöst.
Das Motorsteuergerät kann abhängig von Modell, Motor, DME/DDE-Version und Softwarestand zusätzliche Plausibilitätsprüfungen durchführen. Beispielsweise kann geprüft werden, ob sich das Signal während eines Startvorgangs oder nach mehreren Motorstarts überhaupt verändert.
Dadurch kann nach mehreren Fahr- oder Startzyklen möglicherweise ein Plausibilitätsfehler im Fehlerspeicher abgelegt werden.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Fahrer unmittelbar und eindeutig gewarnt wird.
Insbesondere muss unterschieden werden zwischen:
- einem intern gespeicherten Fehlereintrag,
- einer gelben Motorkontrollleuchte,
- einer Check-Control-Meldung,
- und der eigentlichen roten Öldruckwarnung.
Ein gespeicherter Plausibilitätsfehler nützt nur eingeschränkt, wenn der Fahrer keine deutlich sichtbare Warnung erhält und das Fahrzeug nicht regelmäßig diagnostiziert wird.
Die genaue Reaktion muss deshalb immer am konkreten Fahrzeug geprüft werden. Eine pauschale Aussage für alle BMW-Modelle und alle Motorsteuergeräte wäre unseriös.
Was bedeutet Drahtbruchsicherheit?
Bei einer drahtbruchsicheren Schaltung wird der normale und sichere Betriebszustand durch ein aktiv vorhandenes Signal bestätigt.
Das System sollte nur dann von ausreichendem Öldruck ausgehen, wenn:
- der Öldruck tatsächlich vorhanden ist,
- der Öldruckschalter funktioniert,
- der Stecker vollständig eingerastet ist,
- die Signalleitung nicht unterbrochen ist,
- und der Eingang des Motorsteuergeräts das Signal korrekt erkennt.
Fällt eines dieser Elemente aus, muss das System in den Fehlerzustand wechseln.
Genau dafür muss die serienmäßige Schaltlogik umgekehrt werden.
Die verbesserte Schaltlogik
Für eine drahtbruchsichere Ausführung wird ein Öldruckschalter benötigt, der bei ausreichendem Druck ein aktives Massesignal ausgibt.
Die gewünschte Funktion lautet:
| Betriebszustand | Neuer Öldruckschalter | Signal zum Motorsteuergerät |
|---|---|---|
| Öldruck ausreichend | geschlossen | Masse |
| Öldruck zu niedrig | geöffnet | keine Masse |
| Sensorstecker abgezogen | geöffnet | keine Masse |
| Signalleitung unterbrochen | geöffnet | keine Masse |
Damit liegt nur dann ein Gutsignal an, wenn der Öldruck vorhanden und die gesamte Signalkette intakt ist.
Das Motorsteuergerät muss anschließend so programmiert werden, dass es die umgekehrte Eingangspolarität verwendet:
- Masse bedeutet: Öldruck ausreichend
- offene Leitung bedeutet: Öldruck fehlt oder Signalweg unterbrochen
Dadurch werden ein tatsächlicher Druckverlust, ein abgezogener Stecker und ein Kabelbruch aus Sicht des Motorsteuergeräts zum gleichen unsicheren Zustand.
Der serienmäßige Öldruckschalter kann nicht weiterverwendet werden
Eine reine Softwareinversion reicht nicht aus, wenn der originale Schalter weiterhin bei zu niedrigem Öldruck gegen Masse schaltet.
Würde lediglich die Softwarelogik umgedreht, hätte das Motorsteuergerät bei normalem Öldruck dauerhaft ein fehlendes Gutsignal.
Deshalb müssen beide Änderungen gemeinsam erfolgen:
- Einbau eines umgekehrt arbeitenden Öldruckschalters
- Invertierung der Eingangsauswertung im Motorsteuergerät
Der neue Schalter muss bei ausreichendem Öldruck schließen und bei zu niedrigem Öldruck öffnen.
Im technischen Datenblatt wird diese Ausführung häufig als:
- Schließer
- Normally Open
- N.O.
- „closes on pressure rise“
Bezeichnet.
Die Bezeichnung „Normally Open“ bezieht sich dabei üblicherweise auf den drucklosen Zustand.
Welche Eigenschaften muss der neue Öldruckschalter besitzen?
Der neue Schalter muss sorgfältig ausgewählt werden. Ein mechanisch passendes Gewinde allein reicht nicht aus.
Folgende Eigenschaften müssen zum Fahrzeug passen:
- korrektes Gewinde
- passende Gewindelänge
- richtige Dichtfläche
- geeigneter Dichtring oder konischer Dichtsitz
- Schaltpunkt ungefähr entsprechend dem Original
- Schließerfunktion bei steigendem Druck
- Eignung für heißes Motoröl
- ausreichender Temperaturbereich
- ausreichende Vibrationsfestigkeit
- sichere elektrische Kontaktierung
- korrekte Masseverbindung über das Gehäuse oder über einen zweiten Anschluss
- ausreichender Bauraum
Der Schaltpunkt darf nicht willkürlich gewählt werden.
Schließt der Schalter erst bei einem deutlich höheren Druck als das Original, kann es besonders bei heißem Motor im Leerlauf oder direkt nach dem Start zu unnötigen Warnungen kommen.
Schaltet er dagegen bei einem deutlich zu niedrigen Druck, erfolgt die Warnung möglicherweise später als vorgesehen.
Kann ein Tuner die Eingangspolarität wirklich invertieren?
Nach Rücksprache mit einem entsprechend erfahrenen Tuner ist eine Invertierung des Signals im Motorsteuergerät grundsätzlich möglich.
Dabei handelt es sich allerdings nicht zwingend um eine normale Codierung, wie sie beispielsweise mit BimmerCode, E-Sys oder ISTA durchgeführt wird.
Je nach DME/DDE und Softwarestand muss die betreffende Funktion direkt in der Motorsteuergerätesoftware angepasst werden.
Ein geeigneter Anbieter muss deshalb nicht nur Leistungskennfelder verändern können, sondern auch Erfahrung mit individuellen Funktionsänderungen und der Signalverarbeitung des Motorsteuergeräts besitzen.
Weitere Informationen beziehungsweise einen geeigneten Ansprechpartner findest du hier:
Vor der Anpassung sollte ausdrücklich geklärt werden, dass nicht nur ein Fehlercode deaktiviert oder eine Diagnose ausgeblendet wird.
Das Ziel muss lauten:
- Eingangspolarität des Öldruckschalters invertieren
- vorhandene Warnfunktion vollständig beibehalten
- Startfreigaben und Verzögerungszeiten beibehalten
- Plausibilitätsüberwachung möglichst beibehalten
- Fehlerspeichereintrag weiterhin ermöglichen
- keine dauerhafte Unterdrückung der Öldruckwarnung
- korrekte Funktion bei Motorstart, Leerlauf und laufendem Motor
Das Abschalten einer Diagnosefunktion wäre keine Verbesserung und sollte keinesfalls mit einer echten Invertierung verwechselt werden.
Alternative Umsetzung mit Relaismodul
Falls eine direkte Invertierung des Öldrucksignals im Motorsteuergerät nicht möglich oder nicht gewünscht ist, kann die umgekehrte Schaltlogik auch mit einem Relaismodul umgesetzt werden.
Voraussetzung ist auch hierbei ein Öldruckschalter, der bei vorhandenem Öldruck schließt. Der Schalter steuert die Relaisspule über Masse an. Solange ausreichender Öldruck vorhanden und die Leitung zum Schalter intakt ist, bleibt das Relais angezogen und der Öldruckeingang der DME geöffnet.
Fällt der Öldruck ab, wird der Sensorstecker abgezogen, bricht die Leitung oder fällt die Versorgung des Relais aus, fällt das Relais in seine Ruhestellung zurück. Der Öffnerkontakt 87a verbindet den Öldruckeingang der DME anschließend mit Masse und löst damit die serienmäßige Öldruckwarnung aus.
Die originale Signalleitung kann dafür entweder in der Nähe des Motorsteuergeräts sauber ausgepinnt und über das Relaismodul geführt oder alternativ aufgetrennt werden. Das Auspinnen mit einer passenden Reparaturleitung ist grundsätzlich die sauberere und vollständig rückrüstbare Variante.
Wichtig: Mit dem originalen BMW-Öldruckschalter funktioniert diese Relaislösung nicht, da dieser nur bei zu niedrigem Öldruck Masse ausgibt. Erforderlich ist ein umgekehrt arbeitender Schließer, der bei ausreichendem Druck ein aktives Gutsignal liefert.
Warum die Startphase berücksichtigt werden muss
Bei eingeschalteter Zündung und stehendem Motor ist noch kein Öldruck vorhanden.
Auch während des Anlassens benötigt die Ölpumpe einen kurzen Moment, um ausreichenden Druck aufzubauen.
Das Motorsteuergerät darf deshalb nicht bereits unmittelbar beim Einschalten der Zündung eine permanente Warnung erzeugen. Die serienmäßige Logik berücksichtigt normalerweise Bedingungen wie:
- Motordrehzahl
- Motor läuft oder steht
- Zeit seit dem Motorstart
- Öl- und Kühlmitteltemperatur
- definierte Verzögerungszeiten
- möglicherweise weitere Plausibilitätswerte
Diese Bedingungen müssen bei der Softwareanpassung erhalten bleiben.
Es soll ausschließlich die elektrische Bedeutung des Eingangssignals umgedreht werden – nicht die gesamte Schutz- und Auswertelogik entfernt werden.
Vorteile des Umbaus
Bei fachgerechter Umsetzung ergeben sich mehrere Vorteile:
- Kabelbruch der Signalleitung wird zum Fehlerzustand
- abgezogener Sensorstecker wird zum Fehlerzustand
- korrodierte oder unterbrochene Kontakte können erkannt werden
- ausreichender Öldruck wird durch ein aktives Signal bestätigt
- vorhandene BMW-Warnanzeigen können weiterverwendet werden
- kein zusätzliches Display erforderlich
- keine externe Relaislogik notwendig
- optisch nahezu serienmäßiger Aufbau möglich
Das Motorsteuergerät erhält damit nur dann ein positives Signal, wenn die gesamte Signalkette tatsächlich geschlossen und funktionsfähig ist.
Warum ein 1-bar-Öldruckschalter keine echte Lösung ist
Teilweise wird empfohlen, den serienmäßigen Öldruckschalter mit einem Schaltpunkt von ungefähr 0,5 oder 0,6 bar durch einen Schalter mit einer höheren Schwelle von etwa 0,7–1 bar zu ersetzen.
Die Überlegung dahinter ist zunächst nachvollziehbar: Der Fahrer soll früher gewarnt werden, bevor der Öldruck auf einen besonders niedrigen Wert absinkt.
Eine solche Änderung löst jedoch das eigentliche Problem der fehlenden Drahtbruchsicherheit nicht.
Auch der 1-bar-Schalter arbeitet bei der herkömmlichen Schaltlogik weiterhin nach demselben Prinzip:
| Zustand | Schalterausgang |
|---|---|
| Öldruck oberhalb des Schaltpunkts | offen |
| Öldruck unterhalb des Schaltpunkts | Masse |
| Stecker abgezogen | offen |
| Signalleitung unterbrochen | offen |
Ein abgezogener Stecker oder Kabelbruch wird somit weiterhin genauso dargestellt wie ein ordnungsgemäßer Öldruck.
Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Fehlerkontakt bereits bei einem höheren Druck schaltet.
Ein höherer Schaltpunkt kann Fehlwarnungen verursachen
Der Öldruck eines Motors ist kein konstant feststehender Wert. Er verändert sich unter anderem abhängig von:
- Motordrehzahl
- Öltemperatur
- verwendeter Ölviskosität
- Zustand des Motors
- Förderleistung und Regelung der Ölpumpe
- Betriebszustand des Motors
Besonders bei heißem Motor und niedriger Leerlaufdrehzahl ist der Öldruck geringer als bei kaltem Öl oder erhöhter Drehzahl.
Hinzu kommt, dass moderne BMW-Motoren teilweise kennfeldgeregelte Ölpumpen verwenden. Die Pumpe stellt daher nicht in jedem Betriebszustand dauerhaft den maximal möglichen Druck bereit, sondern passt ihre Förderleistung an den jeweiligen Bedarf an.
Ein Schalter mit einem pauschalen Schaltpunkt von 1 bar kann deshalb in bestimmten Betriebszuständen reagieren, obwohl noch kein tatsächlicher Schmiermangel vorliegt.
Mögliche Folgen sind:
- verzögertes Erlöschen der Warnung nach dem Motorstart
- sporadische Warnungen bei heißem Leerlauf
- Warnungen bei kurzen Drehzahleinbrüchen
- häufiges Ein- und Ausschalten des Signals
- wiederkehrende Fehler- oder Plausibilitätseinträge
- Verunsicherung des Fahrers
Ob und wann solche Fehler gespeichert oder im Fahrzeug angezeigt werden, hängt vom jeweiligen Motorsteuergerät, dem Softwarestand und den hinterlegten Zeit- und Plausibilitätsbedingungen ab.
1 bar bedeutet nicht immer exakt 1 bar
Ein mechanischer Druckschalter ist kein hochgenauer analoger Drucksensor.
Der tatsächliche Schaltpunkt unterliegt unter anderem:
- Fertigungstoleranzen
- Temperaturabhängigkeit
- mechanischer Hysterese
- Alterung
- Verschleiß
- Druckänderungsgeschwindigkeit
Auch das Zurückschalten erfolgt nicht zwingend exakt bei demselben Druck wie das Einschalten.
Ein nomineller 1-bar-Schalter kann daher abhängig von Ausführung und Betriebsbedingungen bereits etwas unterhalb oder erst oberhalb dieses Werts reagieren. Für eine Warnfunktion, die ursprünglich auf ungefähr 0,5 oder 0,6 bar abgestimmt wurde, ist das eine erhebliche Veränderung.
Höhere Warnschwelle nur mit technischer Prüfung
Ein 1-bar-Schalter ist nicht grundsätzlich falsch. Er kann sinnvoll sein, wenn:
- der Motorhersteller diesen Schaltpunkt vorsieht,
- die tatsächlichen Öldruckwerte des Motors bekannt sind,
- die DME/DDE-Auswertung darauf abgestimmt ist,
- das Verhalten bei heißem Leerlauf geprüft wurde,
- und der höhere Schaltpunkt bewusst als zusätzliche Schutzschwelle gewählt wird.
Er sollte jedoch nicht pauschal als Verbesserung oder als Ersatz für eine drahtbruchsichere Signalführung dargestellt werden.
Für den in diesem Beitrag beschriebenen Umbau sollte der neue, umgekehrt arbeitende Öldruckschalter möglichst denselben oder einen technisch vergleichbaren Schaltpunkt wie das Original besitzen.
Wird serienmäßig ungefähr bei 0,5 oder 0,6 bar überwacht, sollte auch der neue Schließer in diesem Bereich arbeiten.
Die Softwareanpassung soll in erster Linie die Signalpolarität umkehren:
- aktives Signal bedeutet ausreichender Öldruck
- fehlendes Signal bedeutet Druckverlust oder unterbrochener Signalweg
Der Schaltpunkt selbst sollte nur verändert werden, wenn hierfür belastbare Messwerte und eine fahrzeugspezifische technische Begründung vorliegen.
Grenzen des Umbaus
Auch die invertierte Schaltung ist nicht in jeder Hinsicht vollständig fehlersicher.
Ein Kurzschluss der Signalleitung gegen Masse könnte beispielsweise weiterhin als ausreichender Öldruck interpretiert werden.
Eine vollständige Leitungsdiagnose müsste unterscheiden können zwischen:
- korrektem Gutsignal,
- tatsächlichem Druckverlust,
- Leitungsunterbrechung,
- Kurzschluss gegen Masse,
- Kurzschluss gegen Versorgungsspannung.
Dafür wäre ein analoger Drucksensor oder eine Widerstandsüberwachung mit mehreren definierten Signalzuständen erforderlich.
Der beschriebene Umbau verbessert jedoch gezielt die Erkennung von:
- Kabelbruch
- Kontaktunterbrechung
- abgezogenem Stecker
- geöffnetem Stromkreis
Damit wird eine der größten Schwächen des einfachen serienmäßigen Schalterprinzips beseitigt.
Prüfung vor und nach dem Einbau
Vor dem Einbau sollte der neue Öldruckschalter außerhalb des Fahrzeugs geprüft werden.
Mit einem Multimeter und einer geeigneten Druckquelle muss bestätigt werden:
- bei 0 bar kein Durchgang
- ab dem vorgesehenen Schaltpunkt Durchgang
- sicherer Kontakt gegen Gehäuse oder zwischen den beiden Anschlusspins
- reproduzierbares Öffnen beim Absinken des Drucks
Nach dem Einbau müssen mindestens folgende Zustände getestet werden:
- Zündung ein, Motor aus
- Motorstart und Druckaufbau
- Warmer Motor im Leerlauf
- Erhöhte Motordrehzahl
- Sensorstecker bei einem kontrollierten Test abgezogen
- Fehlerspeicher auslesen
- Check-Control- und Öldruckwarnung prüfen
- Motorsteuergerät auf Plausibilitätsfehler kontrollieren
Ein realer Öldruckverlust darf dabei selbstverständlich nicht absichtlich durch laufenden Motor ohne Schmieröldruck simuliert werden.
Für Funktionsprüfungen sollte stattdessen der elektrische Signalweg kontrolliert unterbrochen oder mit geeigneten Prüfmitteln simuliert werden.
Fazit
Die bei einfachen Öldruckschaltern verbreitete BMW-Schaltlogik ist funktional, bietet aber keine echte Drahtbruchsicherheit.
Bei ausreichendem Öldruck ist der Schalter geöffnet. Ein Kabelbruch oder abgezogener Stecker erzeugt denselben elektrischen Zustand. Abhängig vom Motorsteuergerät kann zwar später ein Plausibilitätsfehler gespeichert werden, eine sofortige und für den Fahrer deutlich erkennbare Warnung ist dadurch jedoch nicht in jedem Fall sichergestellt.
Mit einem umgekehrt arbeitenden Öldruckschalter und einer fachgerechten Invertierung des Eingangssignals im Motorsteuergerät lässt sich das Prinzip deutlich verbessern.
Nur ein aktiv vorhandenes Signal bestätigt ausreichenden Öldruck und einen intakten Signalweg.
Bei Druckverlust, abgezogenem Stecker oder Drahtbruch fällt das Signal aus und die vorhandene BMW-Öldruckwarnung kann ausgelöst werden.
Für Fahrer, die besonderen Wert auf eine zuverlässige Öldrucküberwachung legen, kann das ein interessanter Umbau sein. Voraussetzung ist jedoch eine technisch saubere Planung, ein exakt passender Öldruckschalter und ein Tuner, der nicht lediglich Fehlercodes deaktiviert, sondern die Eingangsauswertung des Motorsteuergeräts fachgerecht invertiert.