Kurbelgehäuseentlüftung im Ventildeckel
Eine bekannte Schwachstelle betrifft die Kurbelgehäuseentlüftung, häufig auch als PCV-System bezeichnet. Beim B58 ist sie in den Ventildeckel integriert. Im Inneren befindet sich eine Gummimembran, die durch Alterung und die dauerhafte thermische Belastung beschädigt werden oder reißen kann.
Funktioniert die Kurbelgehäuseentlüftung nicht mehr richtig, können verschiedene Symptome auftreten:
- ein pfeifendes oder heulendes Geräusch im Leerlauf,
- ein unruhiger Motorlauf,
- Fehlzündungen,
- erhöhter Ölverbrauch,
- blau-weißer Rauch aus der Abgasanlage.
Da das System in den Ventildeckel eingebaut ist, wird bei einer größeren Beschädigung häufig der komplette Ventildeckel ersetzt. Bei den genannten Symptomen sollte jedoch zunächst eine genaue Diagnose erfolgen, da auch andere Bauteile ähnliche Probleme verursachen können.
Defektes Tankentlüftungsventil
Auch das Tankentlüftungsventil kann bei der ersten B58-Generation auffällig werden. Das Ventil gehört zum Kraftstoffdampf-Rückhaltesystem und leitet die im Tank entstehenden Kraftstoffdämpfe kontrolliert in den Ansaugtrakt.
Mit der Zeit kann das Bauteil elektrisch ausfallen, mechanisch klemmen oder nicht mehr vollständig schließen. Mögliche Folgen sind ein unruhiger Leerlauf, Startprobleme, eine Motorkontrollleuchte oder hinterlegte Fehler im Motorsteuergerät.
Für bestimmte Fahrzeuge auf dem amerikanischen Markt wurde die Garantie auf dieses Bauteil verlängert. Für andere Märkte ist keine vergleichbare allgemeine Garantieverlängerung bekannt. Fahrzeughalter sollten deshalb anhand der Fahrgestellnummer prüfen lassen, ob für ihr Fahrzeug eine Serviceaktion oder eine andere Herstellermaßnahme hinterlegt ist.
Undichtigkeiten im Kühlsystem
Das Kühlsystem gehört ebenfalls zu den Bereichen, die bei zunehmendem Fahrzeugalter genauer kontrolliert werden sollten. Zahlreiche Leitungen, Anschlüsse, Flansche und Gehäuse bestehen aus Kunststoff.
Durch die hohen Temperaturen und die ständigen Heiz- und Abkühlzyklen kann das Material mit der Zeit verspröden. Dadurch entstehen feine Risse oder Undichtigkeiten. Ein schleichender Kühlmittelverlust bleibt häufig zunächst unbemerkt.
Typische Hinweise sind:
- regelmäßig sinkender Kühlmittelstand,
- sichtbare Kühlmittelspuren im Motorraum,
- ein süßlicher Geruch,
- Warnmeldungen zum Kühlmittelstand,
- ungewöhnlich hohe Motortemperaturen.
Kühlmittelverlust sollte beim B58 nicht ignoriert werden. Eine Überhitzung kann deutlich größere und kostspieligere Motorschäden verursachen.
Ölverlust im Bereich des Turboladers
Bei bestimmten Fahrzeugen kann außerdem Öl im Bereich des Turboladers austreten. Betroffen sein können Verbindungen beziehungsweise Leitungsanschlüsse rund um die Ölversorgung des Turboladers.
Undichte Stellen erkennt man häufig an Ölspuren oder ölfeuchten Bereichen im Umfeld des Turboladers. Unter Umständen kann sich auch ein Geruch nach verbranntem Öl bemerkbar machen, wenn austretendes Öl auf heiße Motorteile gelangt.
Für bestimmte Modelle und Ausführungen wurden hierzu Serviceinformationen veröffentlicht. Entscheidend ist jedoch immer die genaue Prüfung des betroffenen Fahrzeugs, da nicht jeder B58 automatisch von derselben Undichtigkeit betroffen ist.
Ölverlust am Ölfiltergehäuse
Eine weitere häufig genannte Schwachstelle ist das Ölfiltergehäuse beziehungsweise dessen Abdichtung. Die verwendeten Dichtungen sind über Jahre hohen Temperaturen ausgesetzt. Das Gummi kann dadurch hart, spröde und schließlich undicht werden.
Durch das wiederholte Erwärmen und Abkühlen dehnen sich die Materialien ständig aus und ziehen sich anschließend wieder zusammen. Mit zunehmendem Alter kann die Dichtung diese Bewegungen nicht mehr zuverlässig ausgleichen.
Ölspuren am Ölfiltergehäuse sollten frühzeitig kontrolliert werden. Austretendes Motoröl kann sich im Motorraum verteilen und angrenzende Bauteile beschädigen. Je nach Ausführung, Zustand und Ursache kann der Austausch einer Dichtung ausreichen oder ein neues Gehäuse erforderlich sein.
Abreißender Ölfilter beim Ölwechsel
Ein weiteres Problem betrifft vor allem Werkstätten oder Personen, die den Ölwechsel selbst durchführen. Bei älteren oder ungünstig verbauten Ölfiltern kann das Filterelement beim Herausziehen auseinanderreißen. Ein Teil des Filters bleibt dann im Ölfiltergehäuse zurück.
Das ist besonders problematisch, wenn sich nicht alle Reste sicher entfernen lassen. Verbleiben Filterteile im Gehäuse oder im Ölkreislauf, kann die Ölversorgung beeinträchtigt werden. In solchen Fällen wird häufig das komplette Ölfiltergehäuse ersetzt.
Um das Risiko zu reduzieren, sollten die vorgeschriebenen Wechselintervalle eingehalten und qualitativ hochwertige Filter verwendet werden. Beim Ausbau ist außerdem sorgfältig zu prüfen, ob das Filterelement vollständig entfernt wurde.
Injektoren und Ablagerungen durch Direkteinspritzung
Der letzte Punkt betrifft nicht ausschließlich den B58, sondern grundsätzlich viele moderne Benzinmotoren mit Direkteinspritzung. Mit steigender Laufleistung können die Injektoren verschleißen oder ein ungleichmäßiges Spritzbild entwickeln.
Mögliche Symptome sind:
- Startprobleme,
- Fehlzündungen,
- Ruckeln beim Beschleunigen,
- unruhiger Leerlauf,
- erhöhter Kraftstoffverbrauch,
- Leistungsverlust.
Zusätzlich können sich Ablagerungen in den Einlasskanälen und an den Einlassventilen bilden. Da der Kraftstoff bei einem Direkteinspritzer direkt in den Brennraum eingespritzt wird, werden die Einlassventile nicht durch den Kraftstoff gereinigt.
Viel Kurzstreckenbetrieb, häufige Kaltstarts und ungünstige Betriebsbedingungen können die Bildung von Ablagerungen begünstigen. Bei stärkeren Verkokungen kann eine professionelle Reinigung der Einlasskanäle erforderlich werden.
Fazit: Ein starker Motor mit kontrollierbaren Schwachstellen
Die genannten Punkte machen den B58 nicht zu einem schlechten oder grundsätzlich unzuverlässigen Motor. Im Gegenteil: Bei regelmäßiger Wartung, sorgfältigem Warmfahren und einer frühzeitigen Reaktion auf ungewöhnliche Geräusche, Flüssigkeitsverluste oder einen unrunden Motorlauf kann der Reihensechszylinder sehr hohe Laufleistungen erreichen.
Wer einen BMW mit B58 der ersten Generation kaufen möchte, sollte besonders die Kurbelgehäuseentlüftung, das Tankentlüftungsventil, das Kühlsystem, den Bereich rund um den Turbolader und das Ölfiltergehäuse kontrollieren lassen. Auch der Zustand der Injektoren und mögliche Ablagerungen im Ansaugtrakt sollten bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung berücksichtigt werden.
Trotz dieser Schwachstellen gehört der B58 weiterhin zu den überzeugendsten BMW-Motoren seiner Generation. Nur wenige Motoren verbinden Effizienz, Leistung, Alltagstauglichkeit und Langlebigkeit auf einem ähnlich hohen Niveau.
Hinweis: Nicht jedes Fahrzeug ist von allen genannten Problemen betroffen. Die tatsächliche Anfälligkeit hängt unter anderem von Modell, Baujahr, Laufleistung, Wartung und Nutzungsprofil ab. Dieser Bericht ersetzt keine individuelle Diagnose durch eine Fachwerkstatt.
BMW B58 der zweiten Generation: Welche Verbesserungen wurden vorgenommen – und welche Schwachstellen bleiben?
Mit der zweiten Generation des BMW B58 hat der Hersteller zahlreiche technische Änderungen vorgenommen. Ziel war es, Leistung, Effizienz und Emissionsverhalten weiter zu verbessern. Gleichzeitig wurden einige bekannte Probleme der ersten Generation beseitigt. Dennoch ist auch die zweite Ausbaustufe nicht vollständig frei von Schwachstellen.
Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die wichtigsten technischen Neuerungen und die bekannten Problemstellen der zweiten B58-Generation.
Höherer Einspritzdruck für mehr Effizienz
Eine der größten Änderungen betrifft das Kraftstoffsystem. Während die erste Generation mit einem Einspritzdruck von bis zu 250 bar arbeitet, wurde dieser bei der zweiten Generation auf bis zu 350 bar erhöht.
Durch den höheren Druck wird der Kraftstoff deutlich feiner zerstäubt. Das sorgt für eine gleichmäßigere Verbrennung und bringt mehrere Vorteile mit sich:
- höhere Leistung,
- geringerer Kraftstoffverbrauch,
- niedrigere Emissionen,
- sauberere Verbrennung.
Der technische Fortschritt bringt allerdings auch höhere Anforderungen an das gesamte Kraftstoffsystem mit sich. Hochdruckpumpe, Injektoren und Kraftstoffqualität müssen den höheren Belastungen dauerhaft standhalten.
Überarbeiteter Turbolader
Auch der Turbolader wurde weiterentwickelt. Durch eine reduzierte rotierende Masse spricht der Lader schneller an und erreicht früher den gewünschten Ladedruck.
Das verbessert das Ansprechverhalten des Motors und sorgt für eine gleichmäßigere Leistungsentfaltung.
Zusätzlich wurde die bekannte Undichtigkeit im Bereich der Ölversorgung des Turboladers, die bei einigen frühen B58-Modellen auftreten konnte, konstruktiv überarbeitet und gilt bei der zweiten Generation weitgehend als behoben.
Mehr Leistung und Drehmoment
Die Kombination aus neuer Einspritzung, optimiertem Turbolader, verbessertem Kühlsystem und angepasster Motorsoftware führte zu einer deutlichen Leistungssteigerung.
Ein gutes Beispiel ist der Vergleich zweier Varianten mit identischem Hubraum:
| Generation | Leistung | Drehmoment |
|---|---|---|
| B58 Gen 1 | 326 PS | 450 Nm |
| B58 Gen 2 | 374 PS | 500 Nm |
Damit stehen rund 48 PS und 50 Nm zusätzlich zur Verfügung. Gleichzeitig konnte die Effizienz weiter verbessert werden.
Optimiertes Kühl- und Wärmemanagement
BMW hat außerdem das gesamte Temperaturmanagement überarbeitet. Ziel ist es, den Motor schneller auf Betriebstemperatur zu bringen und die einzelnen Komponenten präziser zu regeln.
Vorteile dieser Überarbeitung:
- schnellere Warmlaufphase,
- geringere Reibungsverluste,
- bessere Verbrennung,
- präzisere Temperaturregelung,
- geringerer Kraftstoffverbrauch.
Der Nachteil dieser Entwicklung liegt jedoch in der steigenden Komplexität. Mehr elektrische Regelventile, zusätzliche Pumpen, Kunststoffgehäuse und Leitungen bedeuten gleichzeitig auch mehr Bauteile, die mit zunehmendem Alter verschleißen oder undicht werden können.
Neues Kettenkonzept
Eine weitere technische Änderung betrifft den Steuertrieb.
BMW wechselte von einem zweiteiligen auf ein einteiliges Kettensystem. Dadurch entfällt unter anderem eine Zwischenwelle, wodurch sich die Reibungsverluste um etwa drei Prozent reduzieren.
Die Vorteile:
- geringerer Kraftstoffverbrauch,
- höherer Wirkungsgrad,
- kompaktere Bauweise,
- ruhigerer Motorlauf.
Diese Änderung trägt ebenfalls zur höheren Gesamteffizienz der zweiten B58-Generation bei.
Neue Schwachstelle: Ölpumpe
Trotz vieler Verbesserungen brachte die zweite Generation auch eine neue bekannte Schwachstelle mit sich.
Bei frühen Facelift-Modellen aus etwa 2019 bis Mitte beziehungsweise Ende 2020 konnte ein Kunststoffring innerhalb der Ölpumpe brechen.
Im schlimmsten Fall kann dadurch der Öldruck beeinträchtigt werden, weshalb ungewöhnliche Motorgeräusche oder Warnmeldungen keinesfalls ignoriert werden sollten.
BMW reagierte auf dieses Problem und ersetzte den Kunststoffring später durch eine Metallausführung. Fahrzeuge mit der überarbeiteten Ölpumpe sind von diesem Problem in der Regel nicht mehr betroffen.
Welche Schwachstellen bleiben bestehen?
Nicht alle bekannten Schwachstellen der ersten Generation wurden vollständig beseitigt.
Auch bei der zweiten Generation können weiterhin auftreten:
- Undichtigkeiten im Kühlsystem,
- Ölverlust am Ölfiltergehäuse,
- Probleme mit der Kurbelgehäuseentlüftung beziehungsweise dem Ventildeckel.
Diese Punkte treten zwar nicht bei jedem Fahrzeug auf, gehören aber weiterhin zu den Bereichen, die bei Wartung und Gebrauchtwagenkauf besonders beachtet werden sollten.
Fazit: Technisch deutlich besser – bei der Haltbarkeit auf ähnlichem Niveau
Die zweite Generation des BMW B58 stellt eine konsequente Weiterentwicklung des Motors dar. Höherer Einspritzdruck, ein überarbeiteter Turbolader, ein optimiertes Wärmemanagement und der neue Steuertrieb sorgen für mehr Leistung, bessere Effizienz und ein insgesamt moderneres Motorkonzept.
Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass auch die zweite Generation nicht vollständig frei von bekannten BMW-typischen Alterungserscheinungen ist. Die neue Schwachstelle der frühen Ölpumpe sowie weiterhin mögliche Undichtigkeiten am Kühlsystem, Ölfiltergehäuse oder der Kurbelgehäuseentlüftung sollten bei Kauf und Wartung berücksichtigt werden.
Insgesamt gilt die zweite B58-Generation als ausgereifter als ihr Vorgänger. Hinsichtlich der Langzeitzuverlässigkeit bewegt sie sich jedoch auf einem ähnlichen hohen Niveau wie die erste Generation und gehört weiterhin zu den überzeugendsten Reihensechszylindern von BMW.
BMW B58 der dritten Generation: Wirklich besser – oder nur komplexer?
Mit der dritten Generation des BMW B58 hat der Hersteller den Reihensechszylinder erneut umfassend weiterentwickelt. Im Fokus standen diesmal vor allem strengere Emissionsvorgaben, ein geringerer Kraftstoffverbrauch und eine nochmals effizientere Verbrennung. Gleichzeitig wurden bekannte Schwachstellen früherer Generationen reduziert oder konstruktiv überarbeitet.
Doch stellt sich die entscheidende Frage: Ist die dritte Generation tatsächlich langlebiger oder sorgen die vielen neuen Technologien langfristig nur für neue Fehlerquellen?
Elektrische VANOS ersetzt hydraulische Verstellung
Eine der größten technischen Änderungen betrifft die Nockenwellenverstellung.
Während bei den bisherigen B58-Generationen die VANOS hydraulisch über den Motoröldruck verstellt wurde, kommen nun elektrische Stellmotoren zum Einsatz.
Dadurch kann die Steuerzeit der Nockenwellen bereits unmittelbar nach dem Motorstart angepasst werden, ohne zunächst ausreichend Öldruck aufbauen zu müssen.
Die Vorteile:
- deutlich schnellere Regelung,
- präzisere Ventilsteuerung,
- geringere Emissionen während der Kaltstartphase,
- geringere Abhängigkeit vom Motoröldruck.
Gerade im Hinblick auf moderne Abgasnormen stellt diese Änderung einen deutlichen technischen Fortschritt dar.
Kombination aus Direkteinspritzung und Saugrohreinspritzung
Erstmals kombiniert BMW beim B58 beide Einspritzsysteme.
Die Direkteinspritzung übernimmt weiterhin die leistungsorientierte Kraftstoffversorgung, während die zusätzliche Saugrohreinspritzung den Kraftstoff bereits vor den Einlassventilen einspritzt.
Dadurch ergeben sich mehrere Vorteile:
- bessere Gemischbildung,
- geringere Partikel- und Rußbildung,
- niedrigere Emissionen,
- sauberere Verbrennung.
Ein weiterer großer Pluspunkt betrifft die Einlassventile.
Da diese nun regelmäßig mit Kraftstoff benetzt werden, wird die Bildung von Ölkohle deutlich reduziert. Das bekannte Problem verkokter Einlassventile vieler Direkteinspritzer dürfte dadurch wesentlich seltener auftreten.
Überarbeitetes Kühlsystem
Auch das Kühlsystem wurde grundlegend überarbeitet.
Während das Kühlmittel bisher von oben nach unten durch den Motor strömte, erfolgt die Kühlung nun von unten nach oben.
Dadurch werden die thermisch am stärksten belasteten Bereiche früher erreicht, darunter:
- die Brennräume,
- die Bereiche zwischen den Zylindern,
- die Auslassventilsitze.
Das verbessert:
- die Temperaturverteilung,
- die Klopfbeständigkeit,
- den Wirkungsgrad,
- die Dauerhaltbarkeit unter hoher Last.
Gerade bei leistungsstarken Turbo-Benzinmotoren spielt eine möglichst gleichmäßige Temperaturverteilung eine wichtige Rolle.
Miller-Brennverfahren für mehr Effizienz
Neu ist außerdem der Einsatz des Miller-Brennverfahrens.
Dabei schließen die Einlassventile früher als bei einem herkömmlichen Ottomotor. Dadurch sinken die sogenannten Pumpverluste, wodurch sich der Wirkungsgrad verbessert und der Kraftstoffverbrauch reduziert wird.
Da durch dieses Verfahren zunächst weniger Luft im Zylinder eingeschlossen wird, hat BMW gleichzeitig den Turbolader und die Ladeluftkühlung angepasst, damit die Motorleistung vollständig erhalten bleibt.
Das Ergebnis ist ein effizienterer Motor, ohne spürbare Einbußen bei Leistung oder Fahrspaß.
Neue Zündspulen
Auch das Zündsystem wurde modernisiert.
Die neuen aktiven Zündspulen erzeugen einen präziseren und stabileren Zündfunken. Besonders bei hohen Verbrennungsdrücken verbessert dies die Verbrennungsqualität und erhöht die Betriebssicherheit.
Optimiert für das 48-Volt-Mildhybridsystem
Zwar wurde das 48-Volt-System bereits bei einigen späten Fahrzeugen der zweiten Generation eingeführt, die dritte Generation des B58 wurde jedoch von Beginn an speziell für dieses System entwickelt.
Das Mildhybridsystem unterstützt den Verbrennungsmotor unter anderem:
- beim Anfahren,
- beim Beschleunigen,
- durch Rekuperation beim Bremsen,
- beim besonders schnellen Start-Stopp-Betrieb.
Dadurch lassen sich Kraftstoffverbrauch und Emissionen weiter reduzieren, ohne das typische Fahrgefühl des Reihensechszylinders wesentlich zu verändern.
Gibt es neue Schwachstellen?
Da sich die dritte Generation noch vergleichsweise kurz auf dem Markt befindet, liegen bislang keine eindeutigen Langzeiterfahrungen über sehr hohe Laufleistungen vor.
Viele bekannte Schwachstellen der ersten beiden Generationen wurden konstruktiv verbessert oder vollständig überarbeitet.
Dazu gehören unter anderem:
- die Verkokungsproblematik durch die zusätzliche Saugrohreinspritzung,
- verschiedene Komponenten des Kühlsystems,
- überarbeitete Module im Bereich der Ölversorgung.
Ob diese Bauteile langfristig tatsächlich robuster sind, wird sich allerdings erst nach vielen Jahren und hohen Laufleistungen zuverlässig beurteilen lassen.
Mehr Technik bedeutet auch mehr Komplexität
Mit jeder Motorengeneration steigt zwangsläufig auch die technische Komplexität.
Elektrische VANOS, doppelte Einspritzsysteme, Mildhybridtechnik, aufwendigere Kühlkreisläufe und zusätzliche Steuergeräte erhöhen zwar die Effizienz erheblich, schaffen gleichzeitig aber auch neue potenzielle Fehlerquellen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass der Motor unzuverlässiger wird. Allerdings können spätere Reparaturen aufgrund der komplexeren Technik aufwendiger und kostenintensiver ausfallen.
Fazit: Technisch der beste B58 – das Langzeiturteil steht aber noch aus
Die dritte Generation des BMW B58 stellt den bislang größten Entwicklungsschritt innerhalb der Motorenfamilie dar. Nahezu alle Änderungen dienen dazu, Verbrauch und Emissionen zu senken, ohne Leistung, Laufkultur oder Fahrspaß zu beeinträchtigen.
Aus technischer Sicht wirkt der Motor insgesamt ausgereifter als seine Vorgänger. Besonders die elektrische VANOS, die Kombination aus Direkt- und Saugrohreinspritzung sowie das optimierte Kühlsystem zeigen, dass BMW viele Erfahrungen aus den vorherigen Generationen einfließen ließ.
Ob die dritte Generation langfristig tatsächlich langlebiger ist als ihre Vorgänger, lässt sich derzeit jedoch noch nicht abschließend bewerten. Dafür fehlen bislang ausreichend Fahrzeuge mit sehr hohen Laufleistungen. Erst in einigen Jahren wird sich zeigen, ob die zahlreichen technischen Neuerungen dauerhaft überzeugen oder ob sich neue typische Schwachstellen entwickeln.
Nach heutigem Stand spricht jedoch vieles dafür, dass die dritte Generation der bislang technisch ausgereifteste und effizienteste B58-Motor ist.