Beim BMW E90, E92 und E93 M3 mit S65-V8 und MSS60-Motorsteuergerät wird in der Szene häufig über das DME-Update auf den Softwarestand 241E gesprochen. Je nach Ausgangssoftware kann sich das Fahrzeug nach dem Update etwas harmonischer anfühlen. Häufig genannt werden eine bessere Gasannahme im unteren Drehzahlbereich, ein ruhigeres Kaltstartverhalten und ein insgesamt modernerer Softwarestand des Motorsteuergeräts.
Wichtig ist jedoch: Dieses Update sollte nicht pauschal als „GTS-Flash“ verstanden werden. Der echte BMW M3 GTS besitzt einen anderen Motor mit größerem Hubraum und eine eigene Gesamtabstimmung. Ein DME-Update auf 241E macht aus einem normalen E9x M3 daher keinen M3 GTS und ersetzt auch keine professionelle Leistungsabstimmung.
⚠️ Wichtiger Hinweis vorab
Das Programmieren der DME ist kein normales Codieren, sondern ein echter Steuergeräte-Flash. Wird der Vorgang unterbrochen oder mit ungeeigneter Hardware durchgeführt, kann das Motorsteuergerät in einen Programmierfehler laufen oder im schlimmsten Fall nicht mehr ansprechbar sein.
Diese Anleitung dient daher nur als technischer Überblick. Wer nicht sicher mit WinKFP, EDIABAS, INPA/ISTA und BMW-SP-Daten umgehen kann, sollte den Vorgang nicht selbst durchführen. Im Zweifel ist ein erfahrener Codierer oder ein Fachbetrieb die bessere Wahl.
Was wird beim 241E-Update gemacht?
Beim Update wird das MSS60-Motorsteuergerät mit einem neueren BMW-Softwarestand programmiert. Häufig wird dabei die ZUSB 7854376 genannt. Diese Nummer ist jedoch nicht automatisch für jedes Fahrzeug passend. Je nach Markt, Fahrzeugausführung, Getriebevariante und vorhandener Software können andere ZUSB-Nummern korrekt sein.
Deshalb sollte nicht blind eine Nummer ausgewählt werden. Die passende ZUSB sollte immer anhand des Fahrzeugs, der vorhandenen Daten und der WinKFP-Zuordnung geprüft werden.
Mögliche Vorteile
Je nach Ausgangssoftware und Fahrzeugzustand können nach dem Update folgende Veränderungen wahrgenommen werden:
- ruhigere oder sauberere Kaltstartphase
- direktere Gasannahme bei niedriger Drehzahl
- insgesamt modernerer DME-Softwarestand
- harmonischeres Fahrverhalten bei Teillast
- mögliche Verbesserungen gegenüber sehr alten Softwareständen
Eine pauschale Mehrleistung sollte man jedoch nicht versprechen. Aussagen wie „+20 PS“ sind eher als Erfahrungswerte einzelner Nutzer zu verstehen und hängen stark vom vorherigen Softwarestand, Fahrzeugzustand, Kraftstoff, Umgebung und Messmethode ab.
Benötigte Ausrüstung
Für einen sauberen und möglichst sicheren Ablauf sollten mindestens folgende Dinge vorhanden sein:
- WinKFP mit passenden und aktuellen BMW-SP-Daten
- korrekt eingerichtete EDIABAS-/BMW-Standard-Tools-Umgebung
- stabiles Flash-Kabel, idealerweise ICOM oder ein ausdrücklich flashfähiges K+DCAN-/Tuning-Kabel
- stabiles Batterieladegerät mit ausreichend Stromleistung, idealerweise mindestens 20–25 A
- vollständig geladener Laptop oder Netzteilbetrieb
- INPA oder ISTA zum Prüfen und Löschen der Fehlerspeicher
- Erfahrung im Umgang mit BMW-Flashvorgängen
Ein einfaches, billiges OBD-/DCAN-Kabel ist für so einen Vorgang nicht empfehlenswert. Beim Codieren mag so ein Kabel oft funktionieren, beim Flashen der DME ist das Risiko aber deutlich höher.
Vorbereitung am Fahrzeug
Vor dem Flash sollte das Fahrzeug stabil vorbereitet werden:
- Batterieladegerät anschließen und stabile Bordspannung sicherstellen.
- Laptop am Netzteil betreiben oder vollständig laden.
- OBD-/ICOM-Verbindung herstellen.
- Zündung einschalten, Motor aber nicht starten.
- Fahrerfenster öffnen, damit man notfalls ins Fahrzeug kommt.
- Fahrertür schließen.
- Gurt einstecken, damit unnötige Verbraucher- oder Warnmeldungen reduziert werden.
- Vor dem Flash die aktuelle ZUSB und den Softwarestand dokumentieren.
- Wenn möglich, vorher ein Backup bzw. einen vollständigen Read sichern.
Grober Ablauf in WinKFP
Der Ablauf kann je nach WinKFP-Version und Datenstand leicht abweichen. Grundsätzlich wird im Komfortmodus gearbeitet:
- WinKFP starten.
- Komfortmodus öffnen.
- Steuergerät MSS60 auswählen.
- ZUSB-Update bzw. passende ZUSB-Auswahl prüfen.
- Fahrgestellnummer eintragen bzw. übernehmen.
- Vor dem Start nochmals prüfen, ob Steuergerät, ZUSB und VIN plausibel sind.
- Programmierung starten.
- Pop-up-Hinweise zur verbleibenden Programmieranzahl bestätigen.
- Flashvorgang vollständig durchlaufen lassen.
- Während des Vorgangs nichts abziehen, nicht die Zündung ausschalten und den Laptop nicht in den Standby gehen lassen.
- Nach erfolgreichem Abschluss die OK-Meldung abwarten.
- Fehlerspeicher mit INPA oder ISTA prüfen und löschen.
- Fahrzeug anschließend sauber neu starten und Probefahrt durchführen.




Während und nach der Programmierung können verschiedene Fehlermeldungen erscheinen. Typisch sind Meldungen aus DSC, Kombiinstrument oder anderen Steuergeräten, weil während des Flashvorgangs Kommunikation und Spannungszustände nicht wie im normalen Betrieb sind. Nach erfolgreichem Flash und Fehlerspeicherlöschung sollten diese Meldungen normalerweise verschwinden.
Häufige Fehlerquellen
Typische Probleme entstehen durch:
- zu schwaches oder schwankendes Batterieladegerät
- ungeeignetes OBD-/DCAN-Kabel
- falsche oder unvollständige SP-Daten
- falsche ZUSB-Auswahl
- Verbindungsabbruch während der Programmierung
- Laptop-Standby oder USB-Unterbrechung
- fehlende Erfahrung mit WinKFP und EDIABAS
Besonders kritisch ist eine falsche Einschätzung der ZUSB. Nicht jede im Internet genannte Nummer passt automatisch zu jedem E9x M3. Gerade bei US-, ECE-, Japan- oder Korea-Fahrzeugen sowie bei Handschalter und DKG sollte vorher genau geprüft werden, welcher Softwarestand tatsächlich zum Fahrzeug passt.
Unterschied zum GTS-DCT-Flash
Der oft erwähnte GTS-DCT-Flash ist ein anderes Thema. Dabei geht es nicht um das Motorsteuergerät MSS60, sondern um die Software des Doppelkupplungsgetriebes. Diese kann das Schaltverhalten verändern, zum Beispiel schnellere oder direktere Gangwechsel, weniger Verzögerung beim Wechsel zwischen Fahrstufen und ein anderes Verhalten in bestimmten Drivelogic-Stufen.
Das DME-Update auf 241E und der GTS-DCT-Flash sollten daher nicht vermischt werden. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Steuergeräte und zwei unterschiedliche Maßnahmen.
Fazit
Das 241E-DME-Update beim BMW E9x M3 kann sinnvoll sein, wenn das Fahrzeug noch einen sehr alten Softwarestand besitzt und die passende ZUSB sauber ermittelt wurde. Es sollte aber nicht als pauschaler Leistungsflash oder als echter GTS-Umbau dargestellt werden.
Wer den Vorgang durchführen möchte, sollte sehr sorgfältig arbeiten, auf stabile Spannung achten, ein geeignetes Flash-Kabel verwenden und vorher genau prüfen, welche Software zum jeweiligen Fahrzeug passt. Für unerfahrene Nutzer ist der Eingriff nicht empfehlenswert, da ein fehlgeschlagener DME-Flash schnell teuer werden kann.

