Android Auto für BMW NBT Evo: NBT-AAD selbst installieren

Einleitung

Das GitHub-Projekt NBT-AAD bringt Android Auto auf kompatible BMW-Headunits mit NBT Evo. Die Installation ergänzt die Headunit um einen Android-Auto-Dienst und einen Eintrag in iDrive. Das Smartphone kann Android Auto anschließend auf dem originalen BMW-Display darstellen. Ein dauerhaft eingebautes MMI-Modul gehört nicht zu diesem Projekt. Für die Installation am Fahrzeug werden allerdings ein ENET-Kabel und ein Windows-Computer benötigt.

Für die Installation gibt es zwei Wege: Der GitHub-Projektentwickler beschreibt einen manuellen Ablauf über SSH, USB-Stick und Kommandozeile. Wer sich damit nicht auskennt, sollte den kostenlosen NBT-Evo-Android-Auto-Installer von TurboCode verwenden. Er lädt die benötigten Dateien aus dem offiziellen GitHub-Projekt und übernimmt die Installation und Updates über eine Windows-Oberfläche.

Wichtig: Der TurboCode-Installer öffnet SSH nicht selbst. Die Headunit muss bereits für SSH erreichbar sein. Ist das nicht der Fall, muss der SSH-Zugang zuerst über einen passenden, unterstützten Weg eingerichtet werden. Die Android-Auto-Installation selbst und die SSH-Freischaltung sind getrennte Schritte.

Was wird installiert?

NBT-AAD besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten:

  • Ein Android-Auto-Dienst läuft auf der Headunit.
  • Ein iDrive-Plugin ergänzt einen Android-Auto-Eintrag im Medienmenü.

Nach der Installation wird Android Auto über iDrive gestartet. Je nach Ausstattung lassen sich Touchscreen und iDrive-Controller verwenden. In einem BMW-G31-Erfahrungsbericht funktionierten außerdem drahtlose Verbindung, Audio, Telefonie, Sprachassistent und Navigationshinweise im Kombiinstrument. Der Funktionsumfang kann je nach Headunit, Softwarestand und Build abweichen.

Das Projekt wurde ursprünglich für den Toyota Supra J29 mit NBT Evo entwickelt. Inzwischen melden Nutzer erfolgreiche Installationen in verschiedenen BMW-Modellen und auch bei einzelnen Nachrüstungen. Der Entwickler garantiert die Kompatibilität mit beliebigen Fahrzeugen oder Umbauten jedoch nicht.

Voraussetzungen

Prüfe vor der Installation alle folgenden Punkte:

  • NBT Evo als Headunit: Das Aussehen des iDrive-Menüs allein reicht zur Bestimmung nicht aus. Entscheidend sind die verbaute Headunit und deren genaue Softwareversion.
  • Apple CarPlay und WLAN-Antenne: Die Projektunterlagen nennen beides als Voraussetzungen. NBT-AAD nutzt derzeit die CarPlay-WLAN-Verbindung.
  • Geöffneter SSH-Zugang: Der Installer muss die Headunit per SSH erreichen können. Der TurboCode-Installer prüft den Zugang; er ersetzt die Freischaltung nicht.
  • ENET-Verbindung: Für die direkte Installation brauchst du ein ENET-Kabel von der OBD-Buchse zum Computer. OBD-WLAN- und OBD-Bluetooth-Adapter sind laut Projektanforderungen dafür nicht geeignet.
  • Windows 10 oder Windows 11: Das ist die Voraussetzung für den TurboCode-Windows-Installer. Er benötigt außerdem eine Internetverbindung, um die Dateien abzurufen.
  • Android-Smartphone: Das Handy muss Android Auto unterstützen und eingerichtet haben.
  • Stabile Fahrzeugspannung: Während der Installation darf die Stromversorgung nicht unterbrochen werden. TurboCode empfiehlt eine stabile Spannungsversorgung.
  • Keine parallele AAIdrive-Installation: Das GitHub-Projekt nennt einen Konflikt mit AAIdrive. Vor dem Test sollte AAIdrive deinstalliert oder deaktiviert sein.

Bei Nachrüstungen nennt die GitHub-Voraussetzungsliste zusätzlich „OADR/OABR on/to the Head Unit“. Sie erklärt diese Angabe nicht näher. Wer eine umgebaute Headunit oder ein ID4-zu-ID6-Upgrade hat, sollte die genaue Hardwarekonfiguration deshalb vor der Installation prüfen.

Softwareversion der Headunit ablesen

Für die Kompatibilitätsprüfung brauchst du die vollständige Navigationssoftwareversion. Sie steht im Fahrzeugmenü unter:

Navigation → Einstellungen → Position und Softwareversion → Softwareversion

Die Versionskennung sieht zum Beispiel so aus: NBTevo_Y24073J. Halte die gesamte Kennung fest. Nur „ID6“ oder das Baujahr des Fahrzeugs reichen für die Prüfung nicht aus.

Welche Versionen wurden getestet?

Die Liste im GitHub-Projekt wird von Nutzern ergänzt. Sie ist eine Sammlung gemeldeter Tests und keine allgemeine Freigabe für jedes Fahrzeug mit derselben iDrive-Oberfläche. Die Projektseite kennzeichnet ihre Grundvoraussetzungen als Stand von Version 1.8.66; prüfe deshalb vor der Installation immer die aktuelle Liste und die neuesten Projektmeldungen.

Beispiele aus der Versionsliste und den Issue-Berichten:

NavigationsversionGemeldetes Fahrzeug oder Setup
NBTevo_S19322IBMW 1er und 4er, Baujahr 2018
NBTevo_T20454IBMW X3 G01, Baujahr 2018
NBTevo_T214241IToyota Supra J29, Baujahr 2022
NBTevo_T24081IToyota Supra J29, Baujahr 2024
NBTevo_X20511IBMW X3 G01; außerdem ein BMW F54 JCW laut Issue-Bericht
NBTevo_Y21432JBMW M2 F87; außerdem ein BMW G31 laut Erfahrungsbericht
NBTevo_Y22292IBMW F30 mit Nachrüstung, laut Nutzerbericht funktionsfähig
NBTevo_Y24073JBMW F30 und G31; zusätzlich ein F10-Retrofit laut Nutzerbericht

Ein Nutzer meldete außerdem einen BMW F31 von 2013 mit nachgerüstetem NBT Evo ID4, auf ID6 geflasht, „P version“ als funktionsfähig. Der vollständige Softwarestand dieses Fahrzeugs wurde im Kommentar nicht genannt. Das ist ein konkreter Erfahrungsbericht, aber keine Kompatibilitätsgarantie für andere ID4-zu-ID6-Umbauten.

Die Projektliste führt auch eine nicht erfolgreiche Kombination auf: NBTevo_T22181I in einem Toyota Supra von 2023; dort ließ sich die HMI-App nicht installieren. Selbst wenn zwei Fahrzeuge dieselbe Baureihe oder iDrive-Version haben, kann der genaue Software- und Hardwarestand den Unterschied machen.

Installation mit dem TurboCode-Installer

Der kostenlose TurboCode-Installer lädt die NBT-AAD-Dateien aus dem offiziellen GitHub-Release. Er übernimmt Download, Vorbereitung und Übertragung der Dateien. Ein USB-Stick und manuelle SSH-Befehle sind für diesen Weg laut TurboCode nicht erforderlich. Der Installer bietet außerdem Backup- und Wiederherstellungsfunktionen, sofern vorherige Dateien gesichert werden konnten. Ein unabhängiges Backup wird zusätzlich empfohlen.

1. Fahrzeug und Computer vorbereiten

  • Stelle das Fahrzeug sicher ab.
  • Schließe das ENET-Kabel an die OBD-Buchse und den Windows-Computer an.
  • Sorge für eine stabile Spannungsversorgung des Fahrzeugs.
  • Halte dein Android-Smartphone bereit und prüfe, ob Android Auto auf dem Handy funktioniert.
  • Deinstalliere oder deaktiviere AAIdrive, falls es auf der Headunit eingerichtet ist.
  • Notiere die vollständige Headunit-Softwareversion.

2. Installer herunterladen

Lade den Installer über die offizielle TurboCode-Seite zu NBT Evo Android Auto herunter. Verwende keine unbekannten Kopien oder weiterverteilten Installationsdateien. Der Installer ist kostenlos; die zugrunde liegende NBT-AAD-Software wird aus dem offiziellen GitHub-Projekt geladen.

3. SSH-Verbindung prüfen

Starte den Installer und wähle die Verbindungsprüfung. Das Programm prüft, ob SSH auf der Headunit geöffnet und erreichbar ist.

Wenn SSH geschlossen ist, brich hier ab. Die Android-Auto-Installation kann dann nicht fortgesetzt werden. Kläre zuerst, welche SSH-Freischaltung für deine Headunit und ihren Softwarestand geeignet ist. Kaufe oder installiere keine Freischaltung auf Verdacht.

4. NBT-AAD-Dateien laden und installieren

Wenn SSH erreichbar ist:

  1. Wähle im Installer Download latest release.
  2. Lass den Installer die Dateien herunterladen und prüfen.
  3. Wähle Apply Android Auto.
  4. Trenne während der Übertragung weder das ENET-Kabel noch die Spannungsversorgung.
  5. Warte, bis der Installer den Abschluss meldet und iDrive neu startet.

Der Installer überträgt den Android-Auto-Dienst und das iDrive-Plugin auf die Headunit. Die Projektdateien verändern dabei den Speicher der Headunit.

5. Smartphone verbinden und Funktionen prüfen

Nach dem Neustart sollte im iDrive-Menü Media/Radio ein Android-Auto-Eintrag erscheinen. Starte ihn und verbinde dein Smartphone. Falls das Handy nicht sofort koppelt, lösche die alte Bluetooth-Kopplung im Fahrzeug und richte sie neu ein. Das GitHub-Projekt nennt eine erneute Kopplung als mögliche Fehlerbehebung.

Prüfe das Fahrzeug zunächst im Stand:

  • Startet Android Auto zuverlässig?
  • Funktionieren Bild, Ton und Bedienung über den iDrive-Controller?
  • Funktionieren Touchbedienung und Telefonie, sofern vorhanden?
  • Werden Rückfahrkamera und Parksensoren korrekt eingeblendet?
  • Sind Check-Control-Meldungen und andere wichtige Fahrzeughinweise sichtbar?

Wichtige Sicherheits- und Stabilitätshinweise

NBT-AAD ist ein laufend entwickeltes Projekt ohne allgemeine Kompatibilitätsgarantie. Der Entwickler weist darauf hin, dass eine fehlerhafte oder unterbrochene Installation die Headunit beeinträchtigen kann. Eine Reparatur kann eine erneute Programmierung der Headunit erfordern.

Besonders wichtig sind die Hinweise aus den aktuellen GitHub-Issues:

  • In einem Issue wurde gemeldet, dass Check-Control-Meldungen bei einer bestimmten Testkonfiguration unter dem Android-Auto-Bildschirm verborgen blieben. Der Bericht nennt ausdrücklich sicherheitsrelevante Warnungen.
  • Bei einem G31-Test mit einem neueren Testbuild wurden Probleme mit Rückfahrkamera und Parksensoren gemeldet. Der Entwickler untersuchte den Fehler. Das ist ein Bericht zu einem bestimmten Build und kein Nachweis, dass alle Installationen betroffen sind.

Daher gilt: Installiere und teste das Projekt nur, wenn du mit dem experimentellen Stand einverstanden bist. Nutze Android Auto erst im normalen Fahrbetrieb, wenn Warnmeldungen, Rückfahrkamera und Parksensoren bei deinem konkreten Fahrzeug zuverlässig funktionieren. Bei einem Fehler beende die Nutzung und verwende die Wiederherstellung nur nach Anleitung des Installers. Wiederhole eine fehlgeschlagene Installation nicht blind.

Häufige Probleme

SSH wird nicht erkannt:
Prüfe Kabel, Verbindung und Headunit. Ist SSH nicht geöffnet, zuerst die passende Freischaltung klären. Der Android-Auto-Installer ersetzt diesen Schritt nicht.

Android Auto startet nicht oder das Smartphone verbindet sich nicht:
Lösche die Bluetooth-Kopplung im iDrive und auf dem Smartphone und richte sie neu ein. Prüfe außerdem, ob AAIdrive noch installiert oder aktiv ist.

WLAN-Informationen werden angezeigt, aber das Handy verbindet sich nicht:
Das GitHub-Projekt empfiehlt, den Hotspot des Smartphones vorübergehend auszuschalten und das Handy neu zu starten.

Google Maps ruckelt:
Die Projektunterlagen nennen 3D-Gebäude in Google Maps als mögliche Ursache für Verzögerungen.

Der Installer meldet einen Fehler:
Notiere die genaue Meldung und sichere vorhandene Protokolle. Nutze die Wiederherstellung nur, wenn der Installer ein erfolgreich angelegtes Backup erkennt. Bei Problemen mit der Headunit solltest du die Installation nicht mit weiteren Befehlen oder fremden Dateien fortsetzen.

Manuelle Installation über GitHub

Das GitHub-Projekt enthält zusätzlich einen manuellen Installationsweg. Er arbeitet mit SSH, einem FAT32- oder exFAT-formatierten USB-Stick, dem Android-Auto-Dienst und dem iDrive-Plugin. Dafür müssen Dateien auf der Headunit übertragen und Befehle ausgeführt werden. Die Pfade können je nach USB-Erkennung und Headunit abweichen. Die Projektanleitung warnt selbst davor, Platzhalter blind zu übernehmen.

Für Leser ohne SSH-Erfahrung ist der TurboCode-Installer der einfachere Weg. Wer die manuelle Methode nutzt, sollte die aktuelle GitHub-Installationsanleitung vollständig lesen und keine alten Zugangsdaten oder ungeprüften Befehlsfolgen aus Foren übernehmen.

Projekt und Lizenz

NBT-AAD ist ein eigenständiges GitHub-Projekt. Der TurboCode-Installer ist ein kostenloses Werkzeug zur Installation und Aktualisierung dieses Projekts. MC-Codings VehicleLink AA Activator ist ein separates Angebot und gehört nicht zu dieser Anleitung.

NBT-AAD steht unter der PolyForm Noncommercial License 1.0.0. Verlinke deshalb auf das offizielle GitHub-Projekt und dessen Releases, statt die Programmdateien selbst weiterzuverteilen.

Fazit

NBT-AAD bietet eine interessante Möglichkeit, Android Auto auf geeigneten NBT-Evo-Headunits zu testen. Der TurboCode-Installer vereinfacht Download, Installation und Updates deutlich. Voraussetzung bleiben eine passende Headunit, geöffneter SSH-Zugang, ENET-Verbindung und eine stabile Spannungsversorgung.

Prüfe vor dem Versuch immer den genauen Softwarestand und die aktuelle Kompatibilitätsliste. Da Nutzer noch Fehler bei Fahrzeugwarnungen, Rückfahrkamera und Parksensoren melden, sollte das Projekt derzeit als experimentell behandelt werden.

Offizielle Quellen


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