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BMW ICOM einrichten, verbinden und Firmware aktualisieren

Das BMW ICOM ist die originale Diagnoseschnittstelle für BMW-, MINI-, Rolls-Royce- und BMW-Motorrad-Fahrzeuge. Es verbindet den Diagnosecomputer mit den Steuergeräten des Fahrzeugs und kann – abhängig von Fahrzeug, Software und verwendetem Adapter – unter anderem für folgende Arbeiten eingesetzt werden:

  • Fahrzeugdiagnose mit ISTA
  • Fehlerspeicher lesen und löschen
  • Servicefunktionen ausführen
  • Steuergeräte codieren
  • Steuergeräte programmieren
  • Arbeiten mit EDIABAS, INPA, NCS Expert oder Tool32 ( Ediabas 7.7 Einrichtung <-- )
  • Diagnose älterer Fahrzeuge über zusätzliche Adapter

Ein ICOM ist dabei mehr als ein gewöhnliches OBD-Interface. Es unterstützt mehrere Fahrzeugprotokolle und ist insbesondere für Programmierungen und umfangreiche Diagnosearbeiten vorgesehen.

Wichtig: Nicht jedes Programm unterstützt automatisch jedes Fahrzeug. Entscheidend sind immer die verwendete Software, der Datenstand, die korrekte Netzwerkkonfiguration und die zum Fahrzeug passende Verbindung.


Welche ICOM-Versionen gibt es?

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Generationen angeboten.

ICOM A1 und ICOM A2

ICOM A1 und A2 sind ältere Ausführungen der Diagnoseschnittstelle. Sie werden weiterhin für viele BMW- und MINI-Fahrzeuge verwendet, erreichen aber nicht in allen Bereichen die Leistungsfähigkeit eines ICOM Next.
Ab ISTA 2025 Versionen, nicht mehr unterstützt…

ICOM Next A

Das ICOM Next A ist die neuere Generation des Hauptinterfaces. Es wird über die OBD-Schnittstelle mit dem Fahrzeug und über LAN beziehungsweise das vorhandene Werkstattnetzwerk mit dem Diagnosecomputer verbunden.

Aktuelle beziehungsweise frühere BMW-Teilenummern sind unter anderem:

AusführungTeilenummerHinweis
ICOM Next A81 31 5 B51 9A52024
Neuste Version

https://shop.ekris.nl/bmw/nl/bestellen-op-onderdeelnummer?q=81315B519A5

Direkt bei BMW Holland als Privat bestellbar
ICOM Next A81 31 5 A78 EF62022
ältere Ausführung beziehungsweise Vorgängernummer
ICOM Next A81 31 2 360 883< 2022
ältere Teilenummer

Teilenummern können durch BMW ersetzt oder zusammengeführt werden. Vor einer Bestellung sollte deshalb immer beim Händler geprüft werden, welche Nummer aktuell lieferbar ist.

ICOM Next B (Most/LWL Adapter)

Das ICOM Next B wird für die Kommunikation über den MOST-Lichtwellenleiter benötigt. Das betrifft vor allem bestimmte ältere Infotainment-, Audio- und Navigationssysteme.

Für eine gewöhnliche Diagnose über OBD wird das ICOM B nicht benötigt.

ICOM Next C (OBD1 Adapter)

Das ICOM Next C ist ein Adapter für ältere BMW-Fahrzeuge mit rundem 20-poligem Diagnoseanschluss im Motorraum.

Je nach Fahrzeug reicht ein einfacher mechanischer Adapter nicht aus, weil Diagnoseleitungen am runden Anschluss vorhanden sein können, die an der späteren OBD-Buchse im Innenraum fehlen.

ICOM Next D (Motorrad Adapter)

Das ICOM Next D wird für bestimmte BMW-Motorräder verwendet.


ICOM mit dem Computer verbinden

Benötigte Verbindungen

Für eine stabile Einrichtung werden normalerweise folgende Verbindungen benötigt:

  1. ICOM über das OBD-Kabel mit dem Fahrzeug verbinden.
  2. Fahrzeugbatterie bei längeren Arbeiten mit einem geeigneten Ladegerät stabilisieren.
  3. ICOM über ein LAN-Kabel mit dem Computer oder dem Netzwerk verbinden.
  4. Zündung des Fahrzeugs einschalten.
  5. Warten, bis das ICOM vollständig gestartet ist.

Bei einer direkten LAN-Verbindung zwischen Computer und ICOM kann Windows einige Sekunden benötigen, bis die Netzwerkverbindung vollständig eingerichtet wurde.

Hinweis: Für Steuergeräteprogrammierungen sollte nach Möglichkeit eine kabelgebundene LAN-Verbindung verwendet werden. WLAN ist für umfangreiche Programmierungen nicht die bevorzugte Verbindung.


Netzwerkeinstellungen unter Windows

In vielen Fällen funktioniert die Verbindung mit automatischer IP-Vergabe.

Öffne unter Windows:

Einstellungen → Netzwerk und Internet → Erweiterte Netzwerkeinstellungen → Weitere Netzwerkadapteroptionen

Öffne anschließend die Eigenschaften des verwendeten Ethernet-Adapters und kontrolliere unter:

Internetprotokoll, Version 4 – TCP/IPv4

folgende Einstellungen:

  • IP-Adresse automatisch beziehen
  • DNS-Serveradresse automatisch beziehen

Bei einer direkten Verbindung ohne DHCP-Server vergeben Computer und ICOM normalerweise selbstständig Adressen aus dem Bereich:

169.254.x.x

Dieser Adressbereich wird als Link-Local- beziehungsweise APIPA-Bereich bezeichnet. Eine solche Adresse ist bei einer direkten ICOM-Verbindung daher nicht automatisch ein Fehler.


Firewall und Sicherheitssoftware

Wird das ICOM von ISTA oder anderen Programmen nicht gefunden, sollte die Windows-Firewall kontrolliert werden.

Häufige Ursachen sind:

  • das Netzwerk wurde als „öffentlich“ eingestuft,
  • ISTA oder EDIABAS wurde in der Firewall blockiert,
  • eine zusätzliche Security-Suite blockiert die Kommunikation,
  • mehrere Netzwerkadapter sind gleichzeitig aktiv,
  • ein VPN verändert die Netzwerkrouten,
  • VirtualBox, VMware oder Hyper-V haben zusätzliche Adapter angelegt.

Für die Fehlersuche kann es helfen, WLAN, VPN-Verbindungen und nicht benötigte virtuelle Netzwerkadapter vorübergehend zu deaktivieren.

Die Firewall sollte nicht dauerhaft vollständig ausgeschaltet werden. Besser ist es, die benötigten Programme und Netzwerkverbindungen gezielt freizugeben.


ICOM in ISTA verwenden

Starte ISTA erst, nachdem das ICOM mit Fahrzeug und Computer verbunden und vollständig hochgefahren ist.

Je nach ISTA-Version findest du das Interface im Verbindungsmanager beziehungsweise unter:

Fahrzeugdaten auslesen → Vollständige Identifikation

oder in der Übersicht der verfügbaren Fahrzeuginterfaces.

Typische Statusanzeigen sind:

StatusBedeutung
Frei / FreeICOM ist verfügbar
Verbunden / ConnectedICOM wird bereits verwendet
Reserviert / ReservedICOM wurde durch einen Benutzer oder Computer reserviert
FirmwareFirmwarestand muss aktualisiert werden
Nicht erreichbarNetzwerk- oder Spannungsproblem

Erscheint das ICOM mit dem Status Firmware, sollte zuerst das von ISTA angebotene Firmware-Update durchgeführt werden.


ICOM reservieren

In einer Werkstatt mit mehreren Computern und mehreren ICOM-Geräten kann ein Interface reserviert werden. Dadurch wird verhindert, dass ein anderer Arbeitsplatz während einer laufenden Diagnose oder Programmierung auf dasselbe ICOM zugreift.

Bei einer privaten Direktverbindung ist eine dauerhafte Reservierung normalerweise nicht erforderlich.

Bleibt ein ICOM fälschlicherweise reserviert, obwohl keine Sitzung mehr läuft, helfen häufig folgende Schritte:

  1. ISTA auf allen beteiligten Computern schließen.
  2. ICOM vom Fahrzeug trennen.
  3. Einige Sekunden warten.
  4. ICOM erneut anschließen und vollständig starten lassen.
  5. Verbindungsmanager erneut öffnen.

ITool Radar und EasyConnect

ITool Radar

ITool Radar ist ein zusätzliches Hilfsprogramm, das ICOM-Geräte im Netzwerk anzeigen kann.

Je nach Version werden unter anderem folgende Informationen dargestellt:

  • IP-Adresse
  • Hostname
  • Seriennummer
  • MAC-Adresse
  • Firmwarestand
  • Verbindungsstatus
  • Reservierungsstatus

ITool Radar ist hilfreich, wenn die IP-Adresse des ICOM benötigt wird oder geprüft werden soll, ob das Gerät im Netzwerk sichtbar ist.

Für eine reguläre Diagnose mit einer korrekt installierten ISTA-Version ist das Programm jedoch nicht zwingend notwendig.

Sicherheitshinweis: ITool Radar sollte nur aus einer vertrauenswürdigen Quelle verwendet werden. Im Internet befinden sich zahlreiche veränderte oder zusammengepackte Versionen unbekannter Herkunft.

Das Installationsverzeichnis muss „c:\program files“
Deutsch: „Programme“ oder „Programme x86“ bei verwenden des x64 Bit Version sein.

Stellen auch sicher, dass Java installiert und aktualisiert ist sonst startet die Software nicht oder mit Fehler

Diese beiden JAVA Versionen müssen installiert werden:
LINK ZU JAVA OFFLINE VERSION
Bei der Installation der Version kann es vorkommen, dass gefragt wird, ob alte Versionen deinstalliert werden sollen – Das bitte mit JA beantworten


EasyConnect

EasyConnect wird vor allem zusammen mit älteren EDIABAS-Anwendungen verwendet. Damit kann die Diagnoseverbindung ausgewählt und getestet werden.

Das Programm kann beispielsweise bei folgenden Anwendungen hilfreich sein:

  • INPA
  • NCS Expert
  • Tool32
  • ältere EDIABAS-Installationen

Für eine reine ISTA-Verbindung wird EasyConnect normalerweise nicht benötigt.


EDIABAS für das ICOM einrichten

Soll das ICOM mit INPA, NCS Expert oder Tool32 verwendet werden, muss EDIABAS passend eingerichtet sein.

Je nach Installation befindet sich die Konfigurationsdatei beispielsweise unter:

C:\EDIABAS\BIN\EDIABAS.INI

Für eine ICOM-Verbindung wird häufig folgende Schnittstelle verwendet:

Interface = REMOTE

In der zugehörigen Remote-Konfiguration muss anschließend die IP-Adresse beziehungsweise der Hostname des ICOM eingetragen sein.

Die genaue Einrichtung hängt von der verwendeten EDIABAS-Version und dem jeweiligen Programmpaket ab. Deshalb sollte nicht einfach eine beliebige Konfigurationsdatei aus dem Internet übernommen werden.

Eine falsche EDIABAS-Konfiguration kann dazu führen, dass ISTA funktioniert, während INPA oder Tool32 keine Verbindung aufbauen können – oder umgekehrt.


Firmware des ICOM aktualisieren

Wann ist ein Firmware-Update notwendig?

Ein Update kann erforderlich sein, wenn:

  • ISTA den Status „Firmware“ anzeigt,
  • eine neue ISTA-Version einen neueren ICOM-Stand verlangt,
  • das ICOM mit neueren Fahrzeugen nicht korrekt kommuniziert,
  • Verbindungsabbrüche auftreten,
  • das Gerät nach einer fehlerhaften Aktualisierung wiederhergestellt werden muss.

Ein Firmware-Update sollte nicht nur deshalb durchgeführt werden, weil im Internet eine höhere Versionsnummer gefunden wurde.

Firmware und ICOM-Modell müssen zusammenpassen. Außerdem können spezielle Firmwarestände ausschließlich für bestimmte Einsatzzwecke vorgesehen sein.

Besonders wichtig: Eine ausschließlich für BMW Motorrad vorgesehene Firmware darf nicht ungeprüft auf einem für Pkw verwendeten ICOM installiert werden.


Voraussetzungen für das Update

Vor dem Start müssen folgende Punkte erfüllt sein:

  • stabile Spannungsversorgung des Fahrzeugs beziehungsweise des ICOM
  • stabile kabelgebundene Netzwerkverbindung
  • passender Firmwarestand für das konkrete ICOM-Modell
  • keine aktive Diagnose- oder Programmiersitzung
  • ausreichend Zeit ohne Unterbrechung
  • Laptop nach Möglichkeit am Netzteil
  • Energiesparmodus und automatischen Standby vorübergehend deaktivieren

Während des Updates dürfen weder die Spannungsversorgung noch das LAN-Kabel getrennt werden.


Empfohlener Weg: Update über ISTA

Der einfachste und sicherste Weg ist das von ISTA angebotene Firmware-Update.

Vorgehensweise

  1. ICOM mit Fahrzeug und Computer verbinden.
  2. Zündung einschalten.
  3. ISTA starten.
  4. Verbindungsmanager öffnen.
  5. Das betroffene ICOM markieren.
  6. Wird als Status Firmware angezeigt, die Funktion zur Konfiguration beziehungsweise Aktualisierung des Fahrzeuginterfaces auswählen.
  7. Update starten.
  8. Warten, bis ISTA den Abschluss meldet.
  9. Neustart des ICOM abwarten.
  10. Kontrollieren, ob der Status anschließend Frei beziehungsweise Free lautet.

Während der Aktualisierung darf das ICOM nicht getrennt werden.

Je nach ISTA- und Firmwareversion kann die Bezeichnung der Schaltfläche leicht abweichen.


Manuelles Firmware-Update über die Weboberfläche

Ein manuelles Update sollte nur durchgeführt werden, wenn:

  • ISTA das Update nicht ausführen kann,
  • ein bestimmter freigegebener Firmwarestand benötigt wird,
  • die automatische Aktualisierung fehlschlägt,
  • eine erfahrene Person gezielt eine Reparatur durchführt.

Die IP-Adresse des ICOM kann beispielsweise im ISTA-Verbindungsmanager, im Router oder über ITool Radar ermittelt werden.

Bei älteren ICOM A1/A2 wird die Verwaltungsoberfläche häufig über eine Adresse nach folgendem Schema aufgerufen:

http://ICOM-IP-ADRESSE:60080/

Beispiel:

http://169.254.92.38:60080/

Die tatsächlich verwendete IP-Adresse kann abweichen.

Firmwaredateien für ICOM A1/A2

Ältere ICOM A1/A2 verwenden typischerweise getrennte BIN-Dateien, beispielsweise:

ICOM-BootImage-xx-xx-xx.bin
ICOM-ApplicationImage-xx-xx-xx.bin

Dabei müssen Boot- und Application-Image zueinander passen.

Die allgemeine Version vom ICOM A1 / A2 findest du unter 
http://169.254.xx.xx:60080/ (xx steht für die richtige IP - iTool-Radar schauen)
Benutzername: root
Passwort: NZY11502

Die neuere Version vom ICOM A2 findest du unter
http://169.254.xx.xx:60080/ (xx steht für die richtige IP - iTool-Radar schauen)
Benutzername: root
Passwort: NZY1150263




Firmwaredateien für ICOM Next

ICOM Next verwendet typischerweise zwei Archive:

ICOM_Next-rootfs-xxxxxx.tar.gz
ICOM_Next-app-yyyyyy.tar.gz

Je nach ISTA-Installation befinden sich die Firmwarepakete unter einem Pfad ähnlich:

C:\ProgramData\BMW\ISPI\data\TRIC\ICOMNext\

Der Ordner "ProgramDataist unter Windows standardmäßig ausgeblendet.
(Zugriff auf eine versteckte Datei oder einen versteckten Ordner in Windows)

Wichtig: Die Dateien dürfen nicht umbenannt, entpackt oder zwischen unterschiedlichen Firmwarepaketen vermischt werden.

Da sich Weboberfläche und Ablauf je nach ICOM-Generation und Firmwarestand unterscheiden können, sollte der jeweils angezeigten Reihenfolge gefolgt werden. System- und Anwendungsdatei müssen aus demselben freigegebenen Firmwarepaket stammen.


Notfallwiederherstellung beim ICOM Next

Die USB-Wiederherstellung ist kein normales Updateverfahren. Sie ist für Situationen vorgesehen, in denen das ICOM nicht mehr regulär aktualisiert werden kann oder nach einem fehlgeschlagenen Update nicht mehr ordnungsgemäß startet.

Dabei können vorhandene Netzwerkeinstellungen und Konfigurationen verloren gehen.

Voraussetzungen

Benötigt werden:

  • ein passender USB-Stick
  • die zum ICOM Next gehörende RootFS-Datei
  • die passende App-Datei aus demselben Firmwarepaket
  • stabile Spannungsversorgung
  • direkter Zugang zum ICOM
  • ausreichend Zeit für den vollständigen Updatevorgang

Die beiden Firmwaredateien werden unverändert in das Hauptverzeichnis des USB-Sticks kopiert:

ICOM_Next-rootfs-xxxxxx.tar.gz
ICOM_Next-app-yyyyyy.tar.gz

Sie dürfen nicht in einem Unterordner liegen.

Grundsätzlicher Ablauf

  1. ICOM vollständig von der Spannungsversorgung trennen.
  2. Vorbereiteten USB-Stick einstecken.
  3. Seitliche Taste am ICOM Next gedrückt halten.
  4. ICOM wieder mit Spannung versorgen.
  5. LED-Sequenz abwarten.
  6. Taste entsprechend der vorgesehenen Wiederherstellungssequenz betätigen.
  7. Update vollständig durchlaufen lassen.
  8. ICOM nicht von Spannung oder Netzwerk trennen.
  9. Erst nach eindeutig abgeschlossenem Vorgang den USB-Stick entfernen.
  10. Netzwerkeinstellungen anschließend erneut kontrollieren.

Das Update gilt erst als abgeschlossen, wenn die Systemanzeige den erfolgreichen Abschluss dauerhaft signalisiert.

Warnung: Eine falsche Firmware, eine unterbrochene Spannungsversorgung oder ein ungeeigneter USB-Stick kann dazu führen, dass das ICOM nicht mehr startet. Die Wiederherstellung sollte deshalb nur durchgeführt werden, wenn ein normales Update über ISTA oder die Weboberfläche nicht möglich ist.


Bedeutung der LEDs

Die genaue LED-Anzeige kann je nach ICOM-Ausführung und Betriebszustand variieren.

Grundsätzlich zeigen die LEDs unter anderem folgende Bereiche:

  • Systemzustand
  • LAN- beziehungsweise Netzwerkverbindung
  • Fahrzeugkommunikation
  • MOST-Kommunikation
  • WLAN-Verbindung, sofern unterstützt

Direkt nach dem Anschließen durchläuft das ICOM einen Selbsttest. Währenddessen können mehrere LEDs kurzzeitig unterschiedliche Farben anzeigen.

Ein ICOM sollte erst verwendet werden, nachdem der Startvorgang vollständig abgeschlossen ist.


Häufige Probleme und Lösungen

ICOM wird in ISTA nicht angezeigt

Kontrolliere:

  • Ist das ICOM mit Spannung versorgt?
  • Ist die Zündung eingeschaltet?
  • Ist das LAN-Kabel korrekt verbunden?
  • Leuchten die Netzwerk-LEDs?
  • Hat Windows eine IP-Adresse erhalten?
  • Blockiert die Firewall die Verbindung?
  • Ist ein VPN aktiv?
  • Sind mehrere Netzwerkadapter gleichzeitig aktiv?
  • Wird das ICOM bereits von einem anderen Computer verwendet?

Windows zeigt „Nicht identifiziertes Netzwerk“

Das ist bei einer direkten ICOM-Verbindung nicht ungewöhnlich.

Entscheidend ist, ob:

  • der Ethernet-Adapter aktiv ist,
  • eine IP-Adresse aus dem Bereich 169.254.x.x vorhanden ist,
  • das ICOM im Verbindungsmanager erscheint,
  • keine Firewall die Kommunikation blockiert.

Die Meldung allein bedeutet nicht, dass die Verbindung fehlerhaft ist.


ICOM wird angezeigt, aber die Fahrzeugidentifikation funktioniert nicht

Mögliche Ursachen:

  • Zündung nicht eingeschaltet
  • Fahrzeugbatterie zu schwach
  • OBD-Kabel fehlerhaft
  • falscher Anschluss bei älteren Fahrzeugen
  • ICOM-Firmware zu alt
  • inkompatibler ISTA-Datenstand
  • ICOM ist noch reserviert
  • fehlerhafte Nachbauhardware
  • Netzwerkunterbrechung

Bei älteren BMW-Modellen muss außerdem geprüft werden, ob der runde Diagnoseanschluss im Motorraum verwendet werden muss.


ISTA zeigt den Status „Firmware“

Das ist kein gewöhnlicher Verbindungsfehler. ISTA verlangt in diesem Fall eine Aktualisierung des ICOM.

Das ICOM markieren und die Funktion zur Konfiguration beziehungsweise Aktualisierung des Fahrzeuginterfaces auswählen.


ICOM ist dauerhaft reserviert

Folgende Reihenfolge ausprobieren:

  1. Alle Diagnoseprogramme schließen.
  2. Computer neu starten.
  3. ICOM von der Spannungsversorgung trennen.
  4. Mindestens zehn Sekunden warten.
  5. ICOM wieder anschließen.
  6. Vollständigen Startvorgang abwarten.
  7. ISTA erneut öffnen.

In einem Netzwerk mit mehreren Arbeitsplätzen muss außerdem geprüft werden, ob das ICOM tatsächlich noch von einem anderen System verwendet wird.


Weboberfläche lässt sich nicht öffnen

Kontrolliere zuerst die tatsächliche IP-Adresse des ICOM.

Danach im Browser eingeben:

http://IP-ADRESSE:60080/

Mögliche Ursachen:

  • falsche IP-Adresse
  • ICOM noch nicht vollständig gestartet
  • Computer befindet sich in einem anderen Subnetz
  • Firewall blockiert den Zugriff
  • Browser erzwingt HTTPS
  • Firmware oder Webdienst des ICOM ist beschädigt

Die Adresse muss bei älteren Oberflächen ausdrücklich mit http:// und gegebenenfalls dem Port 60080 eingegeben werden.


Original oder Nachbau?

Auf dem Markt befinden sich zahlreiche ICOM-Nachbauten. Diese können äußerlich einem Originalgerät sehr ähnlich sehen, unterscheiden sich jedoch teilweise deutlich bei:

  • verbauten Netzwerkbausteinen
  • Spannungsversorgung
  • Schutzbeschaltung
  • Leiterplattenqualität
  • Kühlung
  • MOST-Unterstützung
  • Firmwarekompatibilität
  • Stabilität bei Programmierungen

Für einfache Diagnosearbeiten kann ein guter Nachbau funktionieren. Bei umfangreichen Steuergeräteprogrammierungen besteht jedoch ein höheres Risiko für Verbindungsabbrüche.

Ein günstiges Gehäuse mit aktueller Teilenummer ist kein sicherer Nachweis dafür, dass es sich um originale BMW-Hardware handelt.


Sicherheit bei Diagnose und Programmierung

Bei einer reinen Fehlerspeicherabfrage ist das Risiko vergleichsweise gering. Bei Codierungen und besonders bei Steuergeräteprogrammierungen müssen jedoch zusätzliche Punkte beachtet werden.

  • Fahrzeug mit geeignetem Ladegerät stabilisieren.
  • Keine schwache oder unbekannte Batterie verwenden.
  • Laptop am Netzteil betreiben.
  • Energiesparmodus deaktivieren.
  • LAN-Kabel nicht bewegen oder trennen.
  • Keine weiteren Netzwerkprogramme starten.
  • Zündung und Fahrzeugzustand nicht eigenmächtig verändern.
  • Programmierung nicht abbrechen.
  • Nur zum Fahrzeug passende Software- und Datenstände verwenden.

Ein Verbindungsabbruch während einer Programmierung kann dazu führen, dass ein Steuergerät nicht mehr ordnungsgemäß startet und erneut programmiert oder ersetzt werden muss.


Zusammenfassung

Für die meisten Anwender ist die Einrichtung eines ICOM unkompliziert:

  1. ICOM mit Fahrzeug und Computer verbinden.
  2. Automatische IPv4-Konfiguration verwenden.
  3. Auf vollständigen Start des ICOM warten.
  4. ISTA öffnen und Interface auswählen.
  5. Bei Status „Firmware“ das Update über ISTA durchführen.
  6. Manuelle Web- oder USB-Verfahren nur verwenden, wenn der normale Weg nicht funktioniert.

ITool Radar und EasyConnect können bei der Fehlersuche und bei älteren EDIABAS-Anwendungen hilfreich sein. Für eine reguläre ISTA-Diagnose sind sie jedoch nicht zwingend erforderlich.

Besonders bei Firmware-Updates und Steuergeräteprogrammierungen sind eine stabile Spannungsversorgung, eine kabelgebundene Netzwerkverbindung und zum Gerät passende Softwarestände entscheidend.


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